Uefa-Pokal, Saison 1999/2000
3. Runde
Olympique Lyon - Werder Bremen
Hinspiel: Lyon - Bremen 3:0
Bericht:
Lyon: Coupet (4) -
Carteron (3,5), Bak (2,5), Laville (2,5), S. Blanc (4) - Linares (4),
Violeau (3), Delmotte (4) - Dhorasoo (2) - Anderson (1), Vairelles
(1,5)
Bremen: Rost (3) - Frings (2), Baumann (2,5), Cesar (5), Wiedener (4)
- Eilts (3), Wicky (2,5), Herzog (3,5), Bode (5) - Pizarro (5), Ailton
(5)
Eingewechselt: 82. Brechet (-) für Laville, 83. Uras (-) für
Vairelles, 90. Kanoute (-) für Anderson - 65. Maximow (-) für
Wiedener, 71. Dabrowski (-) für Eilts - Reservebank: Hugues (Tor),
Devaux, Malbranque, Overdi - Brasas (Tor), Trares, Chanko, Seidel,
Tjikuzu
Tore: 1:0 Anderson (13., Rechtsschuss, ohne Vorarbeit), 2:0 Anderson
(45., Vorarbeit Vairelles), 3:0 Vairelles (77., Rechtsschuss,
Anderson)
Chancen: 10:6
Ecken: 5:3
Schiedsrichter: Dominika (Italien), Note 4, leitete oft zu großzügig
Zuschauer: 20 899
Gelbe Karten: Linares - Herzog, Baumann
Spieler des Spiels: Anderson
Spielnote: 3
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Unterm Strich bleibt diese Erkenntnis: Olympique Lyon stellte mit dem
flinken und technisch versierten Stürmer Anderson den Mann des Tages.
Dieser bildete mit Regisseur Dhorasoo und dem schnellen
Nationalspieler Vairelles ein Trio, das die Bremer nie unter Kontrolle
bekamen. "Anderson ist ein großer Spieler", rühmte Lyons
Trainer Bernard Lacombe, "der ein Spiel schon mal allein
entscheiden kann."
Vor allem, wenn ihm so glänzend assistiert worden ist. Von
"Gastgeschenken" sprach Werder-Coach Thomas Schaaf. Obwohl
er Julio Cesar ausdrücklich in Schutz nahm, lief alles auf das
Versagen des Brasilianers heraus: Cesar spielte drei Tage vor dem
ersten Advent den Weihnachtsmann. An allen drei Toren beteiligt,
obwohl beim 0:1 ohne direkte Schuld, weil er unglücklich bei einer
Rettungstat aussah. An Julio, so hielt Nebenmann Baumann für den
Kollegen eine Verteidigungsrede, habe es nicht allein gelegen.
Stimmt, auch Nationalspieler Marco Bode sowie das enttäuschende
Angriffsduo Ailton und Pizarro, das einmal mehr den Nachweis
erbrachte, dass beide nicht harmonieren, fielen deutlich ab. Kaum
konstruktives Offensivsspiel, keine Linie im Vergleich mit dem
Spitzenklub aus dem Land des Weltmeisters, der den Bremern
international die Grenzen aufzeigte. "So kann man vielleicht in
in der Intertoto-Runde in Kaunas bestehen, aber nicht hier",
schimpfte einmal Andreas Herzog.
Rückspiel: Bremen - Lyon 4:0
Tore: Bode, Herzog, Baumann, Pizarro
So lief das Spiel ab (ihr müsst die Zeitleiste von unten nach oben lesen!!):
19:55 Fazit:
Das Wunder von Bremen ist vollbracht. Werder hat das Ruder noch einmal
herumgerissen. 0:3 hieß es im Hinspiel. Doch Bode (16.), Herzog
(39.), Baumann (54.) und Pizarro machten das Unmögliche möglich.
Olympique kam nur selten gefährlich vors Tor der Gastgeber. Und dann
war Keeper Rost zur Stelle. Die Schaaf-Truppe spielte teilweise tollen
Angriffsfußball.
19:52 Schlusspfiff
Werder ist weiter, steht im Achtelfinale des UEFA-Cups.
19:50 Die letzten Sekunden laufen
Anderson aus fünf Metern - Rost hält.
19:48 Rost hält prima
Eilts fälscht einen Schuss (per Hand!) im Strafraum ab. Rost pariert
glänzend. Glück für Werder.
19:45 Noch zwei Minuten
Die Zeit läuft für Bremen. Lyon kommt nicht gefährlich vors
Werder-Tor.
19:42 Wieder Ailton
Der Brasilianer dreht sich um die eigene Achse, passt zu Pizzaro in
den Strafraum, doch Torhüter Coupet ist eher am Ball.
19:41 Noch acht Minuten
Werder lauert auf Konter. Lyon bemüht, den Anschlusstreffer zu
erzielen. Und der würde reichen, um weiter zu kommen.
19:37 Ganz starker Ailton
Der Brasilianer ist immer unterwegs, immer anspielbar und hat stets
den Blick für den freien Mann - einfach klasse.
19:34 Tor für Bremen
Ailton läuft auf der rechten Seite seinem Gegenspieler auf und davon,
passt quer zu Pizzaro. Der schiebt aus sieben Metern zum 4:0 ein.
Toller Angriff!
19:30 Keine Tormöglichkeiten
Zur Zeit haben beide Teams Schwierigkeiten im Spielaufbau. Chancen -
keine.
19:25 Carteron per Weitschuss
Der französische Abwehrspieler kommt aus 20 Metern zum Schuss -
vorbei.
19:22 Werder steht hinten gut
In der Offensive läuft es derzeit nicht so gut für Bremen. Dafür
aber in der Abwehr. Lyon rennt sich dauernd fest - bisher.
19:20 Bremen bemüht
Werder versucht, das Spiel wieder in den Griff zu bekommen. Bei den
Wetterbedingungen - es regnet stark - nicht einfach.
19:18 Lyon jetzt offensiver
Ein Tor der Franzosen - und Bremen müsste zwei nachlegen, um weiter
zu kommen.
19:10 Tor für Bremen
Herzog schlägt eine Flanke von rechts in den Strafraum. Baumann steht
völlig frei am Fünfer, vollstreckt zum 3:0 für Werder. Bei diesem
Ergebnis ginge es in die Verlängerung.
19:07 Werder zu passiv
Bremen nicht mehr so aggressiv. Die spielerische Linie aus Halbzeit
eins fehlt noch zu Beginn der zweiten 45 Minuten.
19:05 Lyon jetzt stärker
Der Tabellendritte aus Frankreich kommt besser ins Spiel.
19:03 Anpfiff
Die zweite Halbzeit hat begonnen.
18:51 Halbzeitfazit
Starker Auftritt der Bremer in der ersten Halbzeit. Werder machte von
Beginn an Druck. Lyon wurde in der eigenen Hälfte eingeschnürt.
Marco Bode (16.) und Andreas Herzog (Elfmeter/40.) brachten ihr Team
verdient in Führung. Auch danach ließen die Grün-Weißen die Zügel
nicht schleifen. Das Wunder von Bremen – es sieht gut aus. Bei einem
3:0 käme es zur Verlängerung. Ein 4:0 würde den direkten Einzug ins
Achtelfinale bedeuten.
18:49 Werder - Lyon
Halbzeit in Bremen.
18:42 Werder - Lyon
Elfmeter in Bremen: Linares legt Frings. Herzog verwandelt zum 2:0 in
der 38. Minute.
18:30 Werder - Lyon
Bremen bestimmt nach wie vor das Geschehen. Bode sieht gelb - er
wollte einen Elfmeter herausschinden.
18:18 Werder - Lyon
Die 16. Minute - Tor für Werder! Herzog auf Bode, der schießt aus
spitzem Winkel am herauslaufenden Keeper vorbei die Führung.
18:11 Werder - Lyon
Wieder Chance für Werder: Weiter Einwurf von Herzog in den Strafraum,
Kopfballverlängerung Pizarro, Bode per Kopf - doch Keeper Coupet
klärt mit einer Hand.
18:07 Werder - Lyon
In der vierten Minute die Führungsschance für Bremen: Ailton geht
rechts auf und davon und zieht dann aus sechs Metern ab - Verteidiger
Brechet wehrt ab, der Ball landet bei Trares, der aus 15 Metern über
das Tor schießt.
18:04 Werder - Lyon
Anstoß in Bremen.
18:00 Werder - Lyon: Die Aufstellungen
Bremen: 1 Rost - 28 Tjikuzu, 6 Baumann, 36 Cesar, 17 Bode - 5 Eilts, 8
Trares, 18 Herzog, 22 Frings - 10 Pizarro, 32 Ailton
Lyon: 1 Coupet - 3 Carteron, 5 Bak, 17 Brechet, 12 Blanc - 22 Linares,
6 Violeau, 10 Dhorasoo, 15 Delmotte - 9 Anderson, 11 Vairelles
Schiedsrichter: Atanas Uzunow (Bulgarien)
Zuschauer: 8.000
17:52 Werder Bremen - Olympique Lyon
Jetzt steigt die Aufholjagd von Werder Bremen. "Ich glaube
wirklich an das Fußball-Wunder! Wir können gegen Lyon weiter
kommen." Optimismus pur bei Werder-Coach Thomas Schaaf. Und das,
obwohl die Bremer im Hinspiel gegen die Franzosen eine böse
0:3-Packung hinnehmen mussten. Aber auch Olympique-Trainer Bernard
Lacombe warnt sein Team: "Gegen Bremen darf man sich nie sicher
fühlen."
Das Spiel zerlegt:
UEFA-Cup, 3. Runde, Rückspiel:
Werder Bremen - Olympique Lyon
4:0 (2:0)
Bremen: Rost (1) - Baumann (1,5), Cesar (2,5) - Tjikuzu (3), Eilts
(2), Trares (3) - Frings (2), Herzog
(2) - Ailton (2), Pizarro (3), Bode (2)
Lyon: Coupet (5) - Carteron (4), Bak (3), Brechet (5), S. Blanc (5) -
Linares (5), Violeau (4,5),
Delmotte (5) - Dhorasoo (4), - Anderson (5), Vairelles (3)
Eingewechselt: 89. Wiedener (-) für Herzog - 62. Uras (-) für S.
Blanc, 79. Kanoute (-) für Linares,
84. Malbranque (-) für Brechet - Reservebank: Brasas (Tor), Roembiak,
Chanko, Dabrowski, Seidel,
Barten - Hugues (Tor), Devaux, Querdi, Vieira
Tore: 1:0 Bode (16., Linksschuss, Vorarbeit Herzog), 2:0 Herzog (39.,
Foulelfmeter, Brechet an
Frings), 3:0 Baumann (54., Linksschuss, Herzog), 4:0 Pizarro (77.,
Rechtsschuss, Ailton)
Chancen: 7:4
Ecken: 6:5
Schiedsrichter: Ouzounov (Bulgarien - Assistenten: Lekov, Iordanov),
Note 3,5, sehr großzügig, umstrittene Entscheidungen (z. B. Ailton abseits vor dem 1:0)
Zuschauer: 9559
Gelbe Karten: Bode, Frings - S. Blanc, Delmotte, Brechet, Linares
Spielnote: 1,5
Spieler des Spiels: Frank Rost - Brillierte mit zwei tollen Reflexen
in der Nachspielzeit.
Analyse
Personal: Werder mit drei Änderungen: Wie erwartet wieder Herzog und
Cesar dabei, überraschend auch Trares. Dafür fehlten Wicky
(Rücken-Probleme) und Maximow (Sprunggelenk-Probleme) sowie Dabrowski
(auf der Bank). Gegenüber dem Hinspiel die Franzosen mit einem
Wechsel: Für
den verletzten Abwehrchef Laville kam Brechet zum Zuge.
Taktik: Schaaf löste die Viererkette auf. Trares erhielt eine
Sonderaufgabe
gegen Lyons Spielmacher Dhorasoo, der vornehmlich über die rechte
Seite
kam. Tjikuzu rückte vor ins Mittelfeld. Zentral agierte Eilts als
Abfangjäger vor
der Innenverteidigung mit Baumann und Cesar, die praktisch ohne
Absicherung
gegen die Doppelspitze Anderson und Vairelles operierte. Bode ohne
Abwehraufgaben, wurde somit zur dritten Spitze. Herzog, auch
abgesichert
durch Frings, hatte alle Freiheiten für die Offensive. Olympique mit
der
bewährten Grundordnung: Viererkette, davor drei defensive
Mittelfeldleute,
davor das Offensiv-Trio. Raumdeckung in allen Bereichen
Spielverlauf: Viel zu passiv spielten die Gäste, bei denen sich das
Fehlen des
Kapitäns Laville negativ bemerkbar machte. Lücken in der Abwehr, die
der gute
Pole Bak nicht zu schließen vermochte. Kaum Initiative nach vorn, da
Trares
zunächst Dhorasoo beherrschte, von den Franzosen nur Vairelles seine
Gefährlichkeit andeutete.
Mustergültig spielten die Bremer: aggressives Forechecking,
druckvolles
Angriffsspiel, dabei sehr risikoreich in der Defensive, doch jederzeit
beherrscht
und sicher. Zunächst verpassten Ailton und Bode gute Möglichkeiten,
dann
brach Nationalspieler Bode den Bann. Werder spielte sich nun in einen
Rausch:
Baumann als Souverän, Eilts als Arbeitsbiene, Herzog als
Kreativzentrum, Bode
als Rackerer und Ailton als quicklebendiger Unruheherd. Kein
Schwachpunkt in
einer Elf wie aus einem Guss, die sich auf Rost verlassen konnte.
Fazit: Hochverdienter Bremer Sieg als Lohn für eine disziplinierte
und
konzentrierte Mannschaftsleistung mit dem Prädikat Extraklasse.
Kontrollierte
Offensive wie aus dem Bilderbuch gegen einen Gegner, der viel zu
defensiv
begann und von Werder überrollt wurde